Faustregeln für gute Webtexte: Neugierde wecken

Ein Mann tippt auf einem MacBook, es ist nur die Tastatur zu sehen. Bild: Glenn Carstens-Peters von Unsplash.com
Teil 3: Was Sie beim Content beachten könnten.

8. November 2018 | Wer Schreiben eher als Hürde wahrnimmt, dem sagen wir aus voller Überzeugung: Auch Schreiben fürs Web ist ein Handwerk, das mit einigen Tipps gleich viel besser – und leichter – gelingt. Die wichtigsten Faustregeln (aus unserer Erfahrung und aus einiger inspirierender Literatur), die wir als sehr nützlich erleben, teilen wir hier deshalb gerne mit Ihnen. Das könnte Ihnen das Schreiben des Blogs, der Referenzen und/oder der Unternehmensinhalte erleichtern.

Faustregel #3 Die Neugierde wecken


Einer der ersten Teile eines Textes, der darüber entscheidet, ob ein Besucher den Text nicht nur scannt, sondern auch liest, ist – Sie erraten es schon – die Überschrift.

Überschriften dienen der Orientierung bei der Frage, ob der Text Antworten auf die Frage liefert. Überschriften ziehen Aufmerksamkeit auf den Text – oder eben nicht. So wichtig dieser Teil des Textes ist, so stark ist er auch an der Zielsetzung und am Inhalt des Textes ausgerichtet.

Wichtig ist, dass Sie in der Überschrift ein Versprechen geben, das Sie mit Ihrem Text auch halten können.

Nicht zuletzt die Überschrift bietet für Leser die Möglichkeit, Anspruch und Realität abzugleichen: Bietet dieser Text Antworten auf meine Fragen? Behandelt der Text das Thema, zu dem ich Antworten suche? Denn genauso schnell wie jemand auf der Webseite landet, so schnell klickt er bei irrelevantem Content wieder weg. Das ist sehr wichtig, denn enttäuschen Sie Ihre Webseiten-BesucherInnen ein paar Mal, bilden sie sich ein (mitunter negatives) Urteil und verlassen die Webseite:

»Das passiert schnell. Denn der Leser im Internet ist ein ungeduldiges und flüchtiges Wesen, die Ablenkung ist immer nur einen Klick entfernt.« (Hülz, 2017)

Für den Texter-Alltag heißt das:

Es lohnt sich, die Überschrift VOR Verfassen des Textes zu skizzieren, um den Fokus zu halten (siehe Faustregel #2) und NACH Fertigstellung des Textes nochmal zu überprüfen:
  • Hat sich etwas verändert?
  • Sind zusätzliche Faktoren hinzugekommen?
  • Gibt es bessere Alternativen, auf den Text aufmerksam zu machen?
Nach Texterstellung ist es oft einfacher, die Überschrift feinzuschleifen, weshalb die Optimierung der Überschrift für uns zum typischen Ablauf beim Texten gehört.


Eine wirkungsvolle Überschrift in Ihrem Stil
 
Seien Sie sich bewusst, dass Sie beim Verfassen der Überschrift zwischen den Stilen »interessant-unterhaltsam« und »fachlich-sachlich« jonglieren:
  • Eher »reißerische« Formulierungen mit vielen Superlativen bergen Gefahren und stoßen – zu oft angewendet – eher auf Ablehnung (z.B. »XY optimieren: der ultimative Ratgeber« oder »Exklusiv: Schnelleinstieg ins Programm XY«). (Firnkes, 2017)
  • Ein sachlicher Stil hingegen wirkt konkreter und beantwortet damit womöglich präziser die Suche der Webseitenbesucher, verleitet aber mitunter nicht ganz so stark zum Klicken. (Firnkes, 2017)

Wie können Überschriften beispielsweise formuliert werden?


Insbesondere Überschriften mit Zahlen oder Reihenfolgen wecken die Liebe nach Ordnung und Struktur und machen neugierig – wie beispielsweise (in Anlehnung an Firnkes, 2017):
  • »8 Dinge, die Sie bei ... beachten sollten«
  • »Zehn Tipps & Tricks, wie Sie ...«
  • »Die besten Tipps für ...«

Keywords in der Überschrift, um die Sichtbarkeit zu erhöhen

Ob nun sachliche oder emotionale Überschriften: Integrieren Sie in jedem Fall Keywords (Schlüsselwörter aus Ihrem Themenfeld) in der Überschrift. Somit kann der Text von Menschen und Suchmaschinen gleichermaßen gefunden werden.

Symbolische Überschriften (bei einem Wellness-Urlaub beispielsweise »Neues Lebensgefühl inklusive«) wirken zunächst kreativ und wecken das Interesse der BesucherInnen, enthalten aber meist kaum konkrete Suchbegriffe. Wenn Sie in der Überschrift eine Metapher oder Symbole anwenden empfiehlt sich daher, zusätzlich Keywords, häufig gesuchte Phrasen und deren Synonyme im Untertitel und im Text einzubinden, um nicht an Sichtbarkeit bei Suchmaschinen einzubüßen. (nach Firnkes, 2017)


Spätestens jetzt kommt die Frage auf, woher ich weiß, welche Keywords die richtigen sind?

Am besten binden Sie jene Wörter bzw. Begriffe ein, die Ihre Zielgruppe verwendet.

Hören Sie ab jetzt genau hin, welche Wörter KundInnen in ihrer Sprache nutzen. Und suchen Sie beispielsweise auf Google Trends (ein kostenloses Online-Tool von Google) danach, ob auch andere Menschen diesen Begriff verwenden und welche Trends sich in Ihrer Branche beobachten lassen.

Sie erhalten auf diese Weise rasch eine Menge relevanter Keywords und deren Synonyme, mit welchen Sie die Sichtbarkeit Ihrer Webseite erhöhen.

Beispiel:

In unserer Branche wird fallweise begrifflich nach einer »Homepage« gefragt (die Startseite einer Website). Ein Online-Auftritt heißt »Webseite« / »Website«. Wir könnten nun natürlich ausschließlich »Webseite«
als Keyword nutzen, verschenken dabei aber Potential, wenn nach »Homepage« gesucht wird. Wir richten uns hier also nach dem tatsächlichen Sprachgebrauch unserer KundInnen / InteressentInnen: Wir binden bei unserer Webseite oftmals »homepage« und »webseite« als Keyword ein, um die Sichtbarkeit in beiden Fällen zu erhöhen.

Alle Faustregeln im Überblick: Zusammenfassung


Faustregel #1: Relevanter Inhalt

Sie möchten, dass Ihre Webseite von Ihrer Zielgruppe besucht und gelesen wird? Schaffen Sie relevante Inhalte, die die Probleme Ihrer KundInnen lösen und Antworten auf Fragen liefern.

Doch woher wissen Sie, wie Sie relevante Inhalte schaffen? Hören Sie Ihren KundInnen aktiv zu, stellen Sie Ihnen und Ihrem Team Fragen aus dem Vertriebsalltag und recherchieren Sie Suchbegriffe aus Ihrem Bereich (siehe auch Google Trends). So erhalten Sie bestimmt Themenfelder und Fragestellungen aus dem Alltag Ihrer Zielgruppe und können daraus relevante Inhalte in unterschiedlichen Textformen erstellen wie beispielsweise How-To-Anleitungen, Produktvergleiche, Interviews oder News-Beiträge.

Faustregel #2: Ein klares Ziel


Das Texten einer Detailseite gelingt leichter, wenn Sie genau wissen, welche Ziele Sie damit verfolgen. Ein Text kann bis zu 3 Zielsetzungen enthalten, beispielsweise Informationen vermitteln, überzeugen oder unterhalten. Legen Sie die Ziele vorab fest und behalten Sie diese während des Schreibprozesses im Hinterkopf. Nach Ende der Textierung können Sie nochmals überprüfen: Erfüllt mein Text meine zuvor definierten Ziele tatsächlich?

Faustregel #3: Die Neugierde wecken

Richtig, bereits mit der Überschrift können Sie Neugierde wecken. Denn die kann überzeugen – oder eben nicht. Wichtig ist zunächst, dass Sie in der Überschrift ein Versprechen geben, das Sie mit Ihrem Text auch halten können. Enttäuschen Sie Ihre Leser nicht, versprechen Sie nicht zuviel und nicht zu wenig.

Besonders plakative Überschriften enthalten Reihenfolgen oder Zahlen; auf sie reagieren wir mit Neugierde: beispielsweise »10 Dinge, die Sie bei ... beachten sollten« oder »So erreichen Sie Ihr Ziel ...«. Vergessen Sie nicht, Keywords in die Überschrift einzubinden. 

Faustregel #4: Strukturierung ist die halbe Miete

Machen Sie Ihren LeserInnen eine Freude und bieten Sie einen übersichtlich strukturierten und auch optisch leicht erfassbaren Text. Es gibt eine Vielfalt an Möglichkeiten, wie Texte strukturiert werden können, beispielsweise mit Aufzählungszeichen, Zusammenfassungen, Linkbuttons oder Bildern. An zu großer Textlänge scheitern Texte kaum; wohl aber an einer Formatierung wie eine »Textwüste«. Ein strukturierter Text ist ein rasch erfassbarer Text.

Faustregel #5: Die Sichtbarkeit des Textes erhöhen

Damit Suchmaschinen Ihren Text auch finden und anzeigen können, werden neben der Überschrift und dem Textkörper auch Meta-Informationen herangezogen: Titel und Beschreibungstext über den Textinhalt selbst und über deren Quelle. Die Erstellung der Metainformationen erfolgt nach der Fertigstellung des Textes und ist — mit Keywords gespickt — eine kurze präzise Beschreibung der Inhalte, die wichtig ist, damit Menschen und Suchmaschinen den Text besser finden können.

Gibt's dazu noch mehr zu erfahren? – Ja, klar!

Wir geben gerne unser Wissen und unsere Erfahrungen weiter. Maßgeschneiderte Empfehlungen und Lösungen für die individuelle Online-Strategie gibt′s natürlich für alle unsere KundInnen (und alle, die es noch werden wollen) im Rahmen einer persönlichen Beratung in St. Pölten und Amstetten.

Referenzen, Inspiration und zum Weiterstöbern perfekt ...


Külz, Hannes (2017): Einfach schreiben im Beruf: Wie Sie sich und Ihrem Leser eine Freude machen. 1. Aufl., Haufe Gruppe, Freiburg, München, Stuttgart

Firnkes, Michael (2014): Professionelle Webtexte und Content Marketing. Handbuch für Selbständige und Unternehmer. 2., erw. Aufl., Carl Hanser Verlag München

Xtian Miller (2016): Your Body Text Is Too Small. Why website body text should be bigger, and ways to optimize it. blog.usejournal.com, letzter Zugriff am 29.10.2018 [englisch]

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