Faustregeln für gute Webtexte: Relevanter Inhalt

Elisabeth Hammerschmid
Teil 1: Was Sie beim Content beachten könnten.

8. November 2018 | Wer Schreiben eher als Hürde wahrnimmt, dem sagen wir aus voller Überzeugung: Auch Schreiben fürs Web ist ein Handwerk, das mit einigen Tipps gleich viel besser – und leichter – gelingt. Die wichtigsten Faustregeln (aus unserer Erfahrung und aus einiger inspirierender Literatur), die wir als sehr nützlich erleben, teilen wir hier deshalb gerne mit Ihnen. Das könnte Ihnen das Schreiben des Blogs, der Referenzen und/oder der Unternehmensinhalte erleichtern.

Faustregel 1: Relevanter Inhalt


Zunächst geht es bei den Faustregeln gar nicht so sehr darum, WIE geschrieben wird, sondern WORÜBER geschrieben wird.

Ohne wertvollen Inhalt nützt auch jeder noch so schön geschriebene Text bzw. Satz nichts.

In erster Linie gilt es, Probleme der Zielgruppen konkret zu lösen und mit den eigenen Texten Antworten zu geben auf Dinge, worüber sich Menschen Ihrer Zielgruppen den Kopf zerbrechen.

Sie kennen es bestimmt von sich selbst: Sie sitzen abends – bereits relativ erschöpft nach Ihrem Büroalltag – am Sofa, das Tablet in Händen und suchen nach Antworten auf ein Problem, privat oder beruflich. Sie lesen die Überschriften der ersten Ergebnisse auf Google... Welche Webseite werden Sie nun besuchen bzw. lesen? — Jene, deren Überschriften Sie ansprechend finden oder bei denen Sie am ehesten Antworten auf Ihre Frage vermuten. Entsprechen Überschrift, Unterüberschriften und Anmutung der Webseite jedoch nicht dem, was Sie inhaltlich suchen, klicken Sie sofort weg. (Das brauchen wir hier auch gar nicht zu leugnen…)

Was bedeutet das alles für Sie als Webseitenbetreiber?

Als Webseitenbetreiber können Sie natürlich nicht alle Fragen dieser Welt auf Ihrer Webseite beantworten – das wollen Sie ja auch gar nicht. Ihr Credo wird sein, alle Leser dazu zu befähigen, in möglichst kurzer Zeit zu entscheiden, ob der Inhalt nun persönlich relevant ist oder nicht. Auf IHRER Webseite möchten Sie natürlich IHRE Zielgruppe erreichen. D.h. sie müssen für Ihre Zielgruppe relevante Inhalte erstellen.


Faustregel #1 lautet also: Wertvoller Inhalt für Ihre Zielgruppen ist relevanter Inhalt.

So weit, so klar.

Aber: Kennen Sie die relevanten Fragen und Probleme Ihrer Zielgruppe?

Um diese herauszufinden, notieren Sie beispielsweise über eine Woche hinweg alle Fragen, die Kunden an Sie und Ihr Team richten. Sie werden sehen: vielfältige und sehr unterschiedliche Themen beschäftigen Ihre Zielgruppen.


Betreiben Sie »Marktforschung« im kleinen Stile

1) Aufmerksames Zuhören ist also ein erster Zugang, wie Sie relevante Inhalte bzw. Fragestellungen Ihrer Zielgruppen finden und fürs Web entsprechend textlich aufbereiten können.

2) Das persönliche Gespräch: Sprechen Sie mit Ihren KundInnen bzw. InteressentInnen bewusst darüber, welche Argumente für sie die wichtigsten waren und eruieren Sie auf diesem Weg verschiedene Themen im Kaufprozess: a) vor dem Kauf, b) während des Kaufes und c) nach dem Kauf. So erhalten Sie Fragestellungen aus dem Alltag Ihrer Kunden, aus welchem Sie in verschiedenen Textarten relevante Antworten geben können.

3) Wenn Sie die KundInnen im ersten Schritt mal außen vor lassen wollen, auch gut: Sprechen Sie doch beispielsweise mit jenen MitarbeiterInnen, die hauptsächlich mit KundInnen zu tun haben und stellen Sie zum Beispiel folgende Fragen:
  • Welche Fragen stellen KundInnen immer wieder? Welche Fragen sind »Dauerbrenner« im Vertrieb?
  • Wann brauchen Menschen Ihre Produkte/Leistungen? Sind Ihnen alle Bedürfnisse Ihrer Zielgruppen bewusst?
  • Welche Argumente sind aus Kundensicht unschlagbar?
  • Was wird vor dem Kauf am meisten gefragt?
  • Was ist meinen Käufern vor dem Kauf am meisten und am wenigsten bewusst?
  • Welche Produkteigenschaften sind ausschlaggebend, dass meine KäuferInnen auch nach dem Kauf noch (lange) zufrieden sind?
Nach diesen Schritten halten Sie nun relevante Fragestellungen und Inhalte Ihrer Zielgruppen in Händen. Was mache ich nun mit diesem Inhalt? Der nächste Schritt heißt: Ein Ziel festlegen.

Alle Faustregeln im Überblick: Zusammenfassung


Faustregel #1: Relevanter Inhalt

Sie möchten, dass Ihre Webseite von Ihrer Zielgruppe besucht und gelesen wird? Schaffen Sie relevante Inhalte, die die Probleme Ihrer KundInnen lösen und Antworten auf Fragen liefern.

Doch woher wissen Sie, wie Sie relevante Inhalte schaffen? Hören Sie Ihren KundInnen aktiv zu, stellen Sie Ihnen und Ihrem Team Fragen aus dem Vertriebsalltag und recherchieren Sie Suchbegriffe aus Ihrem Bereich (siehe auch Google Trends). So erhalten Sie bestimmt Themenfelder und Fragestellungen aus dem Alltag Ihrer Zielgruppe und können daraus relevante Inhalte in unterschiedlichen Textformen erstellen wie beispielsweise How-To-Anleitungen, Produktvergleiche, Interviews oder News-Beiträge.

Faustregel #2: Ein klares Ziel


Das Texten einer Detailseite gelingt leichter, wenn Sie genau wissen, welche Ziele Sie damit verfolgen. Ein Text kann bis zu 3 Zielsetzungen enthalten, beispielsweise Informationen vermitteln, überzeugen oder unterhalten. Legen Sie die Ziele vorab fest und behalten Sie diese während des Schreibprozesses im Hinterkopf. Nach Ende der Textierung können Sie nochmals überprüfen: Erfüllt mein Text meine zuvor definierten Ziele tatsächlich?

Faustregel #3: Die Neugierde wecken

Richtig, bereits mit der Überschrift können Sie Neugierde wecken. Denn die kann überzeugen – oder eben nicht. Wichtig ist zunächst, dass Sie in der Überschrift ein Versprechen geben, das Sie mit Ihrem Text auch halten können. Enttäuschen Sie Ihre Leser nicht, versprechen Sie nicht zuviel und nicht zu wenig.

Besonders plakative Überschriften enthalten Reihenfolgen oder Zahlen; auf sie reagieren wir mit Neugierde: beispielsweise »10 Dinge, die Sie bei ... beachten sollten« oder »So erreichen Sie Ihr Ziel ...«. Vergessen Sie nicht, Keywords in die Überschrift einzubinden. 

Faustregel #4: Strukturierung ist die halbe Miete

Machen Sie Ihren LeserInnen eine Freude und bieten Sie einen übersichtlich strukturierten und auch optisch leicht erfassbaren Text. Es gibt eine Vielfalt an Möglichkeiten, wie Texte strukturiert werden können, beispielsweise mit Aufzählungszeichen, Zusammenfassungen, Linkbuttons oder Bildern. An zu großer Textlänge scheitern Texte kaum; wohl aber an einer Formatierung wie eine »Textwüste«. Ein strukturierter Text ist ein rasch erfassbarer Text.

Faustregel #5: Die Sichtbarkeit des Textes erhöhen

Damit Suchmaschinen Ihren Text auch finden und anzeigen können, werden neben der Überschrift und dem Textkörper auch Meta-Informationen herangezogen: Titel, Beschreibungstext und Schlüsselbegriffe über den Inhalt des Textes selbst und über deren Quelle. Die Erstellung der Metainformationen erfolgt nach der Fertigstellung des Textes und ist — mit Keywords gespickt — eine kurze präzise Beschreibung der Inhalte, die wichtig ist, damit Menschen und Suchmaschinen den Text besser finden können.

Gibt's dazu noch mehr zu erfahren? – Ja, klar!

Wir geben gerne unser Wissen und unsere Erfahrungen weiter. Maßgeschneiderte Empfehlungen und Lösungen für die individuelle Online-Strategie gibt′s natürlich für alle unsere KundInnen (und alle, die es noch werden wollen) im Rahmen einer persönlichen Beratung in St. Pölten und Amstetten.

Referenzen, Inspiration und zum Weiterstöbern perfekt ...


Külz, Hannes (2017): Einfach schreiben im Beruf: Wie Sie sich und Ihrem Leser eine Freude machen. 1. Aufl., Haufe Gruppe, Freiburg, München, Stuttgart

Firnkes, Michael (2014): Professionelle Webtexte und Content Marketing. Handbuch für Selbständige und Unternehmer. 2., erw. Aufl., Carl Hanser Verlag München

Xtian Miller (2016): Your Body Text Is Too Small. Why website body text should be bigger, and ways to optimize it. blog.usejournal.com, letzter Zugriff am 29.10.2018 [englisch]

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