Faustregeln für gute Webtexte: Sichtbarkeit erhöhen

Christian Olivier
Teil 5: Was Sie beim Content beachten könnten.

8. November 2018 | Aktualisiert am 20. Mai 2020 |  Wer Schreiben eher als Hürde wahrnimmt, dem sagen wir aus voller Überzeugung: Auch Schreiben fürs Web ist ein Handwerk, das mit einigen Tipps gleich viel besser – und leichter – gelingt. Die wichtigsten Faustregeln (aus unserer Erfahrung und aus einiger inspirierender Literatur), die wir als sehr nützlich erleben, teilen wir hier deshalb gerne mit Ihnen. Das könnte Ihnen das Schreiben des Blogs, der Referenzen und/oder der Unternehmensinhalte erleichtern.

Faustregel #5 Die Sichtbarkeit des Textes erhöhen


Haben Sie sich schon einmal gefragt, woher Google die Texte in seinen Suchergebnissen nimmt? Sind dies Textschnipsel aus der Detailseite oder extra eingetragene Informationen, die bewusst gewählt werden?

Wie Sie bereits schon vermuten:
Sowohl als auch – es trifft beides zu.

Im Idealfall gestalten Sie diese Informationen in den Suchmaschinen-Ergebnissen aktiv und geben Google die Texte vor, um Ihre Detailseite so interessant und relevant wie möglich zu präsentieren.

Mit den sogenannten »Meta-Informationen« können Sie die Texte direkt für Suchmaschinen wie Google, Bing und Konsorten aufbereiten.

Metainformationen werden im Content-Management-System (CMS: Verwaltungssystem der Webseite wie zB Edwin oder Wordpress) eingetragen. Sie sind nicht direkt auf der Webseite sichtbar, sind aber wichtig für die Suchmaschinen. Denn Meta-Informationen haben wesentlichen Einfluss auf die Entscheidung von Suchmaschinen, welche Webseiten nun als Antworten auf eine Suchanfrage ausgegeben werden.

Woraus bestehen Meta-Informationen?
Vorhang auf für...

Title und Meta-Tags. (Firnkes, 2014)


Title-Tag [Titel]

Jede Detailseite im Web hat idealerweise einen Title.

Dieser Text sollte knapp, präzise und prägnant (in wenigen Stichwörtern) formuliert sein sowie auf den Webtext neugierig machen. Das klingt zwar nach einem Drahtseilakt, ist aber nach gewisser Übung gar nicht so schwierig.

Am besten Sie nehmen die Überschrift des Webtextes, überprüfen die Keywords und ob der Beitrag auch interessant klingt. Schreiben Sie auch immer Ihren Unternehmensnamen dazu, damit der/die LeserIn auch gleich weiß, von wem der Beitrag stammt.

BEISPIEL: In unserem Beitrag: »12 Argumente für Barrierefreiheit im Internet« heißt der Meta-Title: »12 Argumente für Barrierefreiheit | Q2E Online-Agentur«.
 

Meta-Tags: Description [Meta-Beschreibung]

Firnkes beschreibt diese Meta-Tags quasi als Erweiterung des Titles. Hier werden die wichtigsten Schlüsselbegriffe und Schlüsselphrasen des Beitrages zusammengefasst und die Detailseite samt Inhalt grob beschrieben.

BEISPIEL für den Webtext »12 Argumente für Barrierefreiheit«
  • Meta-Description (Beschreibung): »Sie sind überzeugt, Sie brauchen für Ihr Unternehmen keine barrierefreien Online-Angebote? Stimmt nicht ganz! Wir liefern 12 Argumente für Barrierefreiheit >»

Konkrete Tipps, wie Sie zu den richten Suchbegriffen bzw. Suchphrasen gelangen können:
  • Hören Sie Ihren KundInnen aktiv zu und schreiben Sie auf, welche Begriffe sie für Ihre Produkte/Dienstleistungen verwenden.
  • Recherchieren Sie beispielsweise mit dem kostenlosen Tool Google Trends verschiedene Begriffe in Ihrem Bereich und vergleichen Sie verschiedene Suchvolumen. Suchen Sie die Schnittmenge an Begriffen, die Ihre Wunsch-KundInnen verwenden und die ein hohes Suchvolumen aufweisen.
  • Zu den erhaltenen Resultaten können Sie Synonyme recherchieren und ergänzen. So erhalten Sie eine wertvolle Sammlung an Keywords für Ihr Unternehmen, die Sie aktiv in Ihre Webtexte einbauen können.
  • Beachten Sie, dass Keywords nicht nur aus Wörtern und Begriffen bestehen, sondern auch ganze Phrasen umfassen können. Verwenden Sie unterschiedliche Formulierungen.

URL [Link]

Die URL (Uniform Resource Locator) einer Webseite sollte möglichst sprechend sein.

Das bedeutet: Der Link sollte also nicht nur Buchstaben und Zahlen aufweisen, wie mancherorts noch zu finden ist, sondern idealerweise Keywords und informative Begriffe enthalten.

»Sprechende« URLs haben nach Firnkes einige Vorteile:
  • (1) Der Link enthält wichtige Schlüsselbegriffe und erhöht damit die Sichtbarkeit der Webinhalte,
  • (2) der Link gibt Orientierung für den/die LeserIn,
  • (3) eine seriöse URL macht einen guten Eindruck über die Quelle/Webseite,
  • (4) der Link gibt einen Überblick über die Webstruktur und ermöglicht das Wiederfinden der Detailseite auf der Gesamtwebseite.
BEISPIEL für eine sprechende URL:

https://www.q2e.at/news-online-trends/12-argumente-fuer-barrierefreiheit-im-internet
.

Bereits beim Blick auf die URL hat der Leser eine Information erhalten, wovon diese spezifische Seite im News-Bereich thematisch handelt und kann anhand dieser Informationen schneller beurteilen, ob der Beitrag inhaltlich das ist, was er/sie sucht.

Alle Faustregeln im Überblick: Zusammenfassung


Faustregel #1: Relevanter Inhalt

Sie möchten, dass Ihre Webseite von Ihrer Zielgruppe besucht und gelesen wird? Schaffen Sie relevante Inhalte, die die Probleme Ihrer KundInnen lösen und Antworten auf Fragen liefern.

Doch woher wissen Sie, wie Sie relevante Inhalte schaffen? Hören Sie Ihren KundInnen aktiv zu, stellen Sie Ihnen und Ihrem Team Fragen aus dem Vertriebsalltag und recherchieren Sie Suchbegriffe aus Ihrem Bereich (siehe auch Google Trends). So erhalten Sie bestimmt Themenfelder und Fragestellungen aus dem Alltag Ihrer Zielgruppe und können daraus relevante Inhalte in unterschiedlichen Textformen erstellen wie beispielsweise How-To-Anleitungen, Produktvergleiche, Interviews oder News-Beiträge.

Faustregel #2: Ein klares Ziel


Das Texten einer Detailseite gelingt leichter, wenn Sie genau wissen, welche Ziele Sie damit verfolgen. Ein Text kann bis zu 3 Zielsetzungen enthalten, beispielsweise Informationen vermitteln, überzeugen oder unterhalten. Legen Sie die Ziele vorab fest und behalten Sie diese während des Schreibprozesses im Hinterkopf. Nach Ende der Textierung können Sie nochmals überprüfen: Erfüllt mein Text meine zuvor definierten Ziele tatsächlich?

Faustregel #3: Die Neugierde wecken

Richtig, bereits mit der Überschrift können Sie Neugierde wecken. Denn die kann überzeugen – oder eben nicht. Wichtig ist zunächst, dass Sie in der Überschrift ein Versprechen geben, das Sie mit Ihrem Text auch halten können. Enttäuschen Sie Ihre Leser nicht, versprechen Sie nicht zuviel und nicht zu wenig.

Besonders plakative Überschriften enthalten Reihenfolgen oder Zahlen; auf sie reagieren wir mit Neugierde: beispielsweise »10 Dinge, die Sie bei ... beachten sollten« oder »So erreichen Sie Ihr Ziel ...«. Vergessen Sie nicht, Keywords in die Überschrift einzubinden. 

Faustregel #4: Strukturierung ist die halbe Miete

Machen Sie Ihren LeserInnen eine Freude und bieten Sie einen übersichtlich strukturierten und auch optisch leicht erfassbaren Text. Es gibt eine Vielfalt an Möglichkeiten, wie Texte strukturiert werden können, beispielsweise mit Aufzählungszeichen, Zusammenfassungen, Linkbuttons oder Bildern. An zu großer Textlänge scheitern Texte kaum; wohl aber an einer Formatierung wie eine »Textwüste«. Ein strukturierter Text ist ein rasch erfassbarer Text.

Faustregel #5: Die Sichtbarkeit des Textes erhöhen

Damit Suchmaschinen Ihren Text auch finden und anzeigen können, werden neben der Überschrift und dem Textkörper auch Meta-Informationen herangezogen: Titel und Beschreibungstext über den Textinhalt selbst und über deren Quelle. Die Erstellung der Metainformationen erfolgt nach der Fertigstellung des Textes und ist — mit Keywords gespickt — eine kurze präzise Beschreibung der Inhalte, die wichtig ist, damit Menschen und Suchmaschinen den Text besser finden können.

Gibt's dazu noch mehr zu erfahren? – Ja, klar!

Wir geben gerne unser Wissen und unsere Erfahrungen weiter. Maßgeschneiderte Empfehlungen und Lösungen für die individuelle Online-Strategie gibt′s natürlich für alle unsere KundInnen (und alle, die es noch werden wollen) im Rahmen einer persönlichen Beratung in St. Pölten und Amstetten.

Referenzen, Inspiration und zum Weiterstöbern perfekt ...


Külz, Hannes (2017): Einfach schreiben im Beruf: Wie Sie sich und Ihrem Leser eine Freude machen. 1. Aufl., Haufe Gruppe, Freiburg, München, Stuttgart

Firnkes, Michael (2014): Professionelle Webtexte und Content Marketing. Handbuch für Selbständige und Unternehmer. 2., erw. Aufl., Carl Hanser Verlag München

Xtian Miller (2016): Your Body Text Is Too Small. Why website body text should be bigger, and ways to optimize it. blog.usejournal.com, letzter Zugriff am 29.10.2018 [englisch]

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