Verstärkte Warnungen für unverschlüsselte HTTP-Webseiten in Google Chrome ab Herbst 2018

HTTPS-Webseiten werden mit grünem Schloss symbolisiert.
Unterschiede in der Anzeige von sicheren und unsicheren Webseiten.
27. August 2018 | Der Webbrowser Google Chrome wird unverschlüsselte HTTP-Webseiten ab Herbst 2018 deutlicher und unmissverständlicher als unsicher markieren, kündigte Google in dessen Blog an. Bisher wurden SSL-zertifizierte Webseiten »belohnt« und als sicher dargestellt; diese sollen zukünftig neutraler dargestellt werden.

Dafür sollen Warnungen für unsichere/unverschlüsselte Webseiten deutlicher werden. SSL-Zertifikate sind deshalb das A und O.

Was SSL-Zertifikate sind: ein kurzer Überblick


»SSL« (Secure Sockets Layer) wurde zur gängigen Bezeichnung für verschlüsselte Datenübertragung im Internet. Eine gesicherte Datenübertragung bedeutet: beim Aufrufen oder Übertragen von Daten über HTTPS-Webseiten/-Webshops identifizieren und autorisieren sich Server und Browser gegenseitig. Daten werden online ausschließlich in verschlüsselter Form ausgetauscht. Übertragener Text wird mit der SSL-Zertifizierung codiert und kann somit durch Dritte nicht explizit gelesen werden. SSL-zertifizierte Online-Auftritte bieten demnach hohe Datensicherheit und Vertrauenswürdigkeit.

Erkennbar ist eine gesicherte Datenübertragung im Web an dem Domain-Präfix »https« in der Browserleiste. Das »s« steht für «secure« (sicher). Von einer externen Zertifizierungsstelle (z.B. Let’s Encrypt, Thawte, …) anhand geprüfter Daten ausgestellt, steht »SSL« allgemein für Sicherheitszertifikate für Webseiten und Webshops.
Rotes Warnsignal einer unsicheren Webseite (Not secure) Zoom

Verstärkte Warnung vor HTTP-Webseiten: Änderungen ab September 2018


Bisher waren alle gesicherten HTTPS-Webseiten belohnend als »sicher« markiert worden. Ab September 2018 sollen sichere Webseiten jedoch eher neutral dargestellt werden. Die extra Belohnung für gesicherte Webseiten fällt ab jetzt also zunehmend weg.

Stattdessen sollen ungesicherte Webseiten besonders hervorgehoben werden und zwar in warnender Weise: Ab Oktober 2018 markiert Goole Chrome sämtliche HTTP-Webseiten mit Eingabefeldern als unsicher (»Not secure«) – in roter Farbe und mit einem entsprechenden Icon in der Adresszeile des Webbrowsers, wie im Bild ersichtlich.

Was bisher geschah: wie HTTPS-Zertfikate angezeigt wurden


  • Bereits seit 2014 werden Sicherheitszertifikate für Webseiten/Webshops von Google als ein Faktor unter vielen genannt, der die Reihung der Webseiten bei Suchmaschinen beeinflusst. Die eigene HTTPS-Zertifizierung kann sich positiv auf die eigene Sichtbarkeit im Internet auswirken. Es ist ein nice-to-have bei Webseiten, empfehlenswert bei Online-Shops.
  • Ende 2015 geht die kostenlose Zertifizierungsstelle Let′s encrypt mit Sitz in San Francisco online: Ab jetzt können Webseiten/Webshops kostenlos über Let′s encrypt SSL-zertifiziert werden (vorausgesetzt, der Hoster der Webseite bietet Let′s encrypt an).
  • Vor 2016 wurden im Webbrowser Google Chrome unsichere HTTP-Webseiten nicht als unsicher markiert.
  • Ab Jänner 2017 begann Chrome 56 damit, HTTP-Seiten als »Not secure» zu markieren, wenn 1) ein Passwortfeld vorhanden ist oder 2) mit Kreditkartendaten gehandhabt wird. Das langfristige Ziel dahinter wurde bereits hier kommuniziert: bei unverschlüsselten HTTP-Webseiten soll es in Zukunft stärkere Warnungen für NutzerInnen geben.
  • Unverschlüsselte Eingabe-Formulare (z.B. Anfrage-Formulare) auf Webseiten sollten ab Oktober 2017 stärker als »unsicher« dargestellt werden, wenn 1) ein Passwortfeld oder 2) ein Eingabefeld vorhanden sind, um User warnend darauf hinzuweisen, sichere Webseiten/Webshops zu nutzen. Für Webseiten-BetreiberInnen wird es wichtig, sich mit SSL-Zertifikaten auseinanderzusetzen.
  • Seit Juli 2018 werden alle HTTP-Seiten als »Not secure« gekennzeichnet.


Fazit
Mit der Veränderung in der Kennzeichnung von HTTP- und HTTPS-Webseiten ab September 2018 avanciert das SSL-Zertifikat für Webseiten und Webshops, wie bereits im September 2017 angekündigt, zum neuen Standard im Internet: das HTTPS muss spätestens ab jetzt zur Grundausrüstung ein jeder Webseite / ein jedes Webshops gehören.
Wenn Sie bis heute noch keine SSL-Verschlüsselung für Ihre Webseite / für Ihren Webshop haben, kontaktieren Sie am besten Ihre Webagentur oder Ihren Hoster. Viele Hoster haben auf deren Webseiten Informationen zu den verschiedenen Packages und Offerten. Es gibt verschiedene Formen, die wir in unserem Beitrag Wie Webseiten und Online-Shops sicherer und noch professioneller werden: SSL-Sicherheitszertifikate im September 2017 beschrieben. Sowohl Digital-Agentur als auch Hoster werden Sie gerne beraten. Am besten verlieren Sie ab heute keinen Tag mehr, an dem Ihre Webseite nicht SSL-verschlüsselt ist.
Anton Mayringer, Geschäftsführer der Q2E Online-Agentur in St. Pölten.

Über den Autor | Anton Mayringer
Mit seiner Kompetenz und langjährigen Erfahrung durchschaut Anton technische und organisatorische Prozesse mit spielerischer Leichtigkeit und hat in jeder Situation eine sinnvolle und effiziente Lösung. Er sieht Möglichkeiten wie kein Zweiter und eröffnet seinen Kunden Perspektiven, die Sinn machen. Anton ist Gründer und Agentur-Geschäftsführer (seit 2007), geprüfter Datenschutzexperte, Certified E-Commerce Expert – und seit langem engagiert in der Jungen Wirtschaft St. Pölten.


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