Voice Search SEO

Wolfgang Jagsch Bild: Martin Amon
Oder: Wie Sprachassistenten die Suchmaschinenoptimierung verändern.

19. November 2019 | Google-Sprachsuchen und digitale Assistenten beantworten heute vielerorts sprachunterstützte Suchanfragen. Für uns Website-Verantwortliche wirft diese Veränderung Fragen auf: Wie ändert sich die SEO-Praxis im Lichte der Einzug haltenden Sprachsuche? Und welchen Einfluss hat das auf meine Content-Erstellung? Was gibt es bei »Voice Search SEO« zu beachten? Hier ein erster Einblick ...



SEO ist im Zeitalter der Sprachsuche angekommen.
Oder anders gesagt: Die Sprachsuche ist beim Content angekommen.

Das bedeutet, dass Nutzerinnen und Nutzer via Google-Sprachsuche und via digitalen Assistenten direkt sprachunterstützt Suchanfragen tätigen.

So weit, so gut.

Wie ändert sich jedoch die SEO-Praxis im Lichte der Einzug haltenden Sprachsuche?

– Bleibt alles beim Alten oder sollte bald verstärkt »Voice Search SEO«, also Suchmaschinenoptimierung speziell für die Sprachsuche genutzt werden, um Ranking-Vorteile zu genießen?

Komponenten der Suchmaschinenoptimierung (SEO)


Die tragenden Säulen einer funktionierenden SEO-Optimierung sind, wie bisher:
  • Saubere Technik
  • Semantischer Content
  • Gute Linkstruktur
Es bleibt im Prinzip alles, wie es ist.

Hinzu kommt lediglich, dass immer mehr Suchanfragen in ganzen Sätzen oder Wortketten (»Phrasen«) formuliert werden. Des Weiteren wird also jetzt, neben dem klassischen Eintippen von Suchwörtern, auch vermehrt mit natürlichen Sprach-Suchanfragen gesucht. Diese Suchanfragen werden »long-tail-Suchanfragen« genannt.

Beispiel: »Wie finde ich heraus, ob meine Website gut ist?«

Diese neue Art von Suchanfragen gilt es beim Texten fürs Web zu berücksichtigen.

Wortketten, Phrasen und »natürliche« gesprochene Fragen für »Voice Search SEO«


Von welchen Sprachassistenten sprechen wir hier?
Da die Nutzungsraten kontinuierlich steigen, gilt es für Content-Redakteure und Marketers diese neuen Devices im Marketing zu berücksichtigen. Gerade, was die Content-Optimierung von Websites / Webshops und Landingpages betrifft...

Suchanfragen wie gesprochene Fragen – wie könnten diese lauten?

Um diese Frage zu beantworten, versetzen Sie sich am besten in eine reale Situation, in welcher Sie jemanden etwas fragen. Wenn Sie in einem Ihnen unbekannten Ort eine Pizza essen möchten, wie würden Sie die Frage gegenüber einem Passanten formulieren?

Sie würden wohl kaum sagen: »Pizzeria in Petzenkirchen« oder »Pizzeria innerhalb der nächsten 20 km«. (Auf Google würden Sie so etwas vermutlich aber schon eintippen.) Das würde ausgesprochen unhöflich wirken ... vielmehr fragen Sie:
  • »Wo finde ich denn hier eine Pizzeria?«
  • »Wo ist denn hier die nächste gute Pizzeria?«
  • »Wie heißt die am besten bewertete Pizzeria in diesem Ort?«
Oder andere Beispiele:
  • »Ich möchte Tennis spielen gehen. Wie weit muss ich fahren?«
  • »Welche Logistik-Jobs gibt es für mich im Bezirk Mödling?«
  • »Welches Hallenbad in meiner Umgebung hat offen?«
Die gesprochene Sprache ist im Vergleich zum Geschriebenen so angenehm, weil sie easy & schnell ist. Wir vermeiden in unserer Alltagssprache beim schnellen Austausch von Informationen komplexe Begrifflichkeiten oder überkomplizierte Formulierungen.

Wenn wir die einfache gesprochene Sprache auch beim Webtexten berücksichtigen, hat das positiven Einfluss:
  • zunächst auf die inhaltliche Accessibility/Barrierefreiheit (Stichwort »für alle erfassbar«),
  • zweitens darauf, dass der Content »snackable« und leicht erfassbar bleibt,
  • und drittens auf die Voice Search-Suchen, wie Sie bestimmt schon vermutet haben.

Wie komme ich zu den »richtig (formulierten)« Inhalten?


Wie schon im Beitrag zu Webtexten beschrieben, könnte Ihnen hier »Marktforschung im Kleinen« helfen:
  • Welche Fragen hören Sie und Ihr Team im Vertrieb immer wieder?
  • Was sind die wichtigen Fragen im Verkauf?
  • Welche Themen beschäftigen Ihre KundInnen dauerhaft?
  • Wie können Sie Kundenprobleme lösen und wann sind Sie für Ihre KundInnen die beste Alternative?
Die W-Fragen, die beim Content-Erstellen Gold wert sind, kommen auch hier ins Spiel und können inspirierender Wegweiser zu den wichtigsten Fragen sein. Bedenken Sie: Beinahe kaum ein Content ist perfekt, wenn dieser gelauncht wird. Erweitern Sie Ihre Inhalte, Artikel, Blog-Beiträge und FAQs laufend und vergessen Sie nicht auf Google Analytics und Search Console. Apropos FAQs...

Frequently Asked Questions (FAQs) beispielsweise werden hier erneut zunehmend wichtiger, da sie bestimmte Fragen in aller Kürze beantworten. Beachten Sie beim Formulieren der Fragen eine einfache und vor allem »natürlich« wirkende Sprache.

Zusammenfassung für ganz Eilige
Marketers und gute Suchmaschinenoptimierer müssen ihre SEO-Strategie dahingehend adaptieren, die gesprochene Sprache in die Erstellung von relevantem Content miteinzubeziehen. Konkret bedeutet das, dass mögliche Sprachsuchanfragen wie zum Beispiel »Ich suche eine Pizzeria in Linz« in den Content-Erstellungsprozess mit einfließen sollten. »Natürliche« gesprochene Sprachanfragen sollten also im Rahmen des jeweiligen Onpage-Content entsprechend kontextualisiert werden. Woher weiß ich, welche Fragen relevant sind? W-Fragen, FAQs und »Marktforschung im Kleinen« (welche Fragen werden von Kunden immer wieder gestellt?) sind hier Gold wert.

Der Vorteil des Voice Search SEO: Besseres Google-Ranking


Wenn dann entsprechende Voice-Search-Anfragen an Google gestellt werden, besitzen jene Websites, die über einen sprachoptimierten Content verfügen, über gewisse Rankingvorteile. Auch Google-RankBrain und das allerneueste Google-BERT-Update knüpfen an diese Entwicklungen an.

Gibt's dazu noch mehr zu erfahren? – Ja, klar!

Wir geben gerne unser Wissen und unsere Erfahrungen weiter. Maßgeschneiderte Empfehlungen und Lösungen für die individuelle Online-Strategie gibt′s natürlich für alle unsere KundInnen (und alle, die es noch werden wollen) im Rahmen einer persönlichen Beratung in St. Pölten und Amstetten.

Die Autoren

Porträt: Elisabeth Hammerschmid und Wolfgang Jagsch Zoom
Mag. Wolfgang Jagsch Bakk. BEd.
Der Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Wolfgang Jagsch: Suchmaschinen-Experte in Linz
Elisabeth Hammerschmid MA
Mit ihrem Studium zur Marketing-Forschung hat sie vielfältige Ausbildungsinhalte erworben und bildet sich aufgrund ihrer Affinität für Online-Themen seither laufend zu Content Marketing weiter. Als Agentur-Projektmanagerin kann sie ihre vielfältigen Interessen und Liebe zur Abwechslung bei Kundenprojekten und in der Weiterentwicklung der Agentur-Kommunikation verwirklichen.

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