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#barrierefreiPosten

10.11.2021 • aktualisiert am 20.12.2024
Lesedauer ca. 3 Minuten

Über die Initiative zugunsten barrierefreier Postings in sozialen Medien

Eine Frau hält Smartphone in der Hand und postet Nachrichten in sozialen Netzwerken
Bild: Violeta Stoimenova
Christiane Steiner von der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs stellt die Initiative #barrierefreiPosten aus Deutschland in einem Blog-Beitrag auf hilfsgemeinschaft.at vor. Wir fassen die wichtigsten Punkte aus dem Gespräch mit dem Mit-Initiator Heiko Kunert heraus, um diese Initiative zu unterstützen, und fokussieren insbesondere, wie mit einfachen Mitteln barrierefrei gepostet werden kann.

Quicklinks

Web Accessibility in sozialen Medien: Alle profitieren…

Wie Websites zielen auch Postings in sozialen Medien auf eine hohe Reichweite ab. Das steht wohl gerade für Unternehmens-Accounts außer Frage (z.B. auf Instagram, Facebook, Xing, LinkedIn etc.).

Im Blog-Eintrag der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs wird klar: Barrierefrei gepostete Inhalte in sozialen Medien tragen dem Anspruch einer hohen Reichweite Rechnung und tragen dazu bei, dass Social Media von allen Menschen besser wahrgenommen werden kann. Für Deutschland attestiert Heiko Kunert, dass knapp 10% der Bevölkerung schwerbehindert ist, was die Zugänglichkeit der Webinhalte, v.a. auch in sozialen Medien, notwendig macht:

Von den Maßnahmen zur Web Accessibility / Barrierefreiheit profitieren alle Menschen, nicht nur eingeschränkte Personen. Das wird klarer, wenn man sich folgende Situationen vor Augen hält:

Wenn Videos untertitelt werden, macht das in jedem Fall Sinn: Wer ohne Kopfhörer in der Öffentlichkeit unterwegs ist, kann in dieser Situation Videos sinnvoll nur mit Untertitel konsumieren. Für eine einfache Sprache spricht das Argument: Wer Deutsch als Fremdsprache erlernt, versteht einfach formulierte Texte viel schneller und besser. Und in den sozialen Medien ist ein schnell erfassbarer Inhalt bekanntermaßen sehr viel Wert...

Vollständige Barrierefreiheit in den sozialen Medien - ist das möglich?

Im Blog-Eintrag von Christiane Steiner wird dargelegt, was eine vollständige Barrierefreiheit in sozialen Medien bedeuten würde: Ein vollständiger und 100% barrierefreier Post bräuchte demnach
  • Video- Untertitel,
  • eine Audio-Description (verbale Beschreibung des im Video Geschehenen) sowie
  • ein Gebärdensprache-Video,
  • Bild-Untertitel und
  • Bildbeschreibungen,
  • einfach und leicht verständliche Texte mit achtsamer Wortwahl (sodass sich niemand gekränkt fühlt) und
  • Texte, die nicht zuletzt technisch «Screenreader-tauglich« sind.
Der Experte Heiko Kunert gibt aber auch zu bedenken, dass dies für Personen, die Social Media hauptsächlich zum privaten Austausch nutzen, wohl eher kaum zumutbar sei.

Von Unternehmen und öffentlichen Institutionen könne aber wohl viel mehr Engagement in diese Richtung erwartet werden.

Wie also können Unternehmen im Rahmen ihrer Ressourcen Postings erstellen - und dabei der Barrierefreiheit gerechter werden als bisher?

4 To-do's für mehr Barrierefreiheit beim Posten

1

Verwenden Sie Alternativtexte bei Bildern

Denken Sie an blinde Personen und beschreiben Sie mit Wörtern, was auf den geposteten Bildern zu sehen ist. Auf Instagram und Facebook finden Sie die Funktion eines »Alternativtexts«; die Beschreibung mithilfe eines Satzes pro Bild reicht.
2

Simpel, aber effektiv

Wenn Sie alle Wörter in Hashtags mit Großbuchstaben beginnen, liest der Screenreader diese deutlicher vor. Diese Schreibweise nennt sich »Camel Case«, wie die Höcker eines Kamels.

Beispielsweise: #WirWollenBarrierefreiPosten anstatt #wirwollenbarrierefreiposten

3

Einfache Sprache

Verwenden Sie besser 2 einfache Sätze anstatt eines langen komplizierten Satzes. Für den Texter ist es zeitweise schwieriger, in kurzen Sätzen zu schreiben, aber hinsichtlich Barrierefreiheit wird sich die Mühe auszahlen.
4

Gehen Sie wachsam mit Wörtern um

Eine achtsame Wortwahl und das »Gendern« erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass sich niemand durch Ihr Posting gekränkt fühlt.

Achtsame Wortwahl: 2 Beispiele zu Do’s und Don’ts

Auf der Plattform zur Initiative #BarrierefreiPosten finden sich übrigens sehr interessante Links, in denen es um die Frage geht, welche Wörter und Begriffe verwendet werden sollten - und welche eher vermieden -, um niemanden zu beleidigen oder zu kränken.

Beide Beispiele aus der Liste der leidmedien.de machen deutlich, dass es darum geht, den behinderten Menschen auch in Wort und Bild stets auf Augenhöhe zu begegnen:
  1. Achten Sie darauf, dass Sie »blinde Person« statt »Blinde/r« schreiben (letzteres reduziert den Mensch auf seine Behinderung) und
  2. »das Leben mit der Behinderung ‘meistern’« sollten Sie als Formulierung besser ersetzen durch »mit der Behinderung leben«.

Gibt’s dazu noch mehr zu erfahren? – Ja, klar!

Wir geben unser Wissen und unsere Erfahrungen liebend gerne weiter: Passgenaue Empfehlungen, Wissen und Lösungen für digitale Strategie und Technik gibt′s natürlich für alle unsere Kund:nnen (und alle, die es noch werden wollen) im Rahmen einer persönlichen Beratung. Schicken Sie gerne eine kurze Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, zum Ansehen müssen Sie in Ihrem Browser JavaScript aktivieren..

Quellen, Referenzen und zum Weiterlesen perfekt

Mit unserem inhaltlichen Schwerpunkt auf Barrierefreiheit / Web Accessibility finden wir die Initiative #barrierefreiPosten sehr gut und unterstützenswert, weshalb wir bei unseren Postings auch darauf achten werden, diese weitestgehend barrierefrei zu erstellen.

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