Google I/O 2019: Die wichtigsten Neuigkeiten für Marketing und Web-Entwicklung

13. Mai 2019 | Für Online-Marketing und Web-Entwicklung spielt Google als meistgenutzte Suchmaschine eine tragende Rolle. Jedes Jahr gibt der Suchmaschinen-Gigant auf seiner »Google I/O« die aktuellsten Neuerungen bekannt. Wir geben hier einen Überblick über die wichtigsten Änderungen der I/O 2019 aus Marketing- und Entwickler-Sicht.

3D-Objekte auf dem Smartphone: Suchergebnisse im eigenen Umfeld platzieren (Augmented Reality)


Um Web-Inhalte für NutzerInnen besser erfassbar zu machen, sollen Google-Suchergebnisse nun dreidimensional eingesehen und in der eigenen direkten physischen Umgebung platziert werden können. Wird ein Bild gesucht, kann dieses zunächst gedreht und dreidimensional eingesehen werden. Der Suchbefehl dazu lautet: "View in 3D". Mit dem Befehl "View in your space" wird dieses 3D-Objekt mithilfe der Kamera-Funktion beispielsweise im eigenen Wohnzimmer platziert.

Aus Marketing-Perspektive könnte diese Funktion besonders für solche Unternehmen Thema sein, die sich mit Produkten rund um Design, Interieur und Optik befassen. Denn das Nutzungserlebnis wird mit der neuen Funktion verbessert und KonsumentInnen können sich bereits online einen buchstäblich »umfassenderen« Eindruck vom Produkt/Gegenstand machen. Spannende Sache!

Für Kommunikations-StrategInnen bedeutet das: Bilder könnten für die Google-Indexierung entsprechend aufbereitet werden, um die eigenen Marketing-Chancen auszuschöpfen. Der Rollout der Funktion sollte innerhalb des nächsten Monats passieren, so lautete die Ankündigung. Wie bei allen neuen Funktionen bleibt noch unklar, welche vorgestellten Produkte und Features in Österreich (und ab wann) bereitstehen.

Übrigens: Auch Google Lens wurde weiterentwickelt. Halten NutzerInnen das Smartphone vor eine Menükarte (in einem Restaurant beispielsweise), erhalten diese automatisch Informationen über die Beliebtheit der Gerichte inklusive Bewertungen anderer NutzrInnen pro Gericht. So könnten Entscheidungen schneller und einfacher getroffen werden. Google Lens soll zukünftig auch dabei helfen, Schilder in fremden Sprachen besser verstehen zu können (Texte werden übersetzt und/oder vorgelesen).

Ein Beispiel für die Platzierung von 3D-Suchergebnissen ("muscle") ins eigene physische Umfeld:
Es ist ein Smartphone sichtbar, auf dem ein dreidimensionales Objekt (Muskel) in das eigene Umfeld platziert wird. Der Muskel wird auf dem Schreibtisch platziert. Screenshot der Google Keynote events.google.com/io

Indexierung neuer Inhalte: Podcasts in den Suchergebnissen


Die Indexierung von Podcasts erfolgt auf Basis des Podcasts-Inhalts, nicht nur des Titels. Dies geht mit Verbesserungen in der Spracherkennung einher. Gefundene Podcasts können entweder unmittelbar gehört oder für später aufgehoben werden (um diese zu einem späteren Zeitpunkt am Computer oder Google Home zu hören).

Aus Marketing-Sicht spricht diese Neuerung erneut für das Führen eines qualitativ hochwertigen und kundenorientierten Podcasts. Für Web-NutzerInnen wird die Suche noch detaillierter möglich und die Ergebnisse vielfältiger. Finden wir gut.

Ein Beispiel für die Ansicht der Indexierung von Podcasts in den Google-Suchergebnissen:
Es ist ein Smartphone sichtbar, auf dem die Suchergebnisse von Google inklusive Podcasts sichtbar werden. Screenshot der Suchergebnisse, wo Podcasts berücksichtigt werden. events.google.com/io/

»Duplex on the Web« – Automatisches Vorausfüllen von Web-Formularen mittels Sprachassistent


»Duplex« wurde bei der letzten I/O 2018 vor allem in Verbindung mit telefonischen Restaurant-Reservierungen vorgestellt. Zukünftig soll es Duplex auch für das Web geben und für weitere Funktionen bereitstehen: beispielsweise ein Mietauto oder Kino-Tickets zu buchen.

Das Beispiel von Google: Wird für eine geplante Reise ein Miet-Auto benötigt, kann der Google Assistent (ein persönlicher smarter Assistent, der Fragen verarbeitet) gebeten werden: "Buche mir ein Miet-Auto für meinen nächsten Urlaub." Daraufhin sucht »Duplex on the Web« Informationen und übernimmt hier das automatische Vor-Ausfüllen eines Eingabe-Formulars einer Website zum Buchen des Miet-Autos – basierend auf den Meta-Daten des Urlaubs (aus dem Google-Kalender, aus Google Mail). Das letzte Wort hat natürlich der/die NutzerIn selbst: Duplex bittet den/die NutzerIn um die finale Prüfung der automatisch eingetragenen Daten und um Absenden der Buchung.

Für NutzerInnen soll »Duplex on the Web« Schritte bei Online-Buchungen oder Bestellungen verkürzen und so Zeit sparen. Für die Web-Entwicklung bedeutet das, dass die Verwendung der Eingabe-Formulare sichergestellt werden sollte und Hindernisse für diese Bots gemieden werden.

Ein Beispiel für das automatische Vor-Ausfüllen eines Formulars im Zuge einer Buchung:
Es ist ein Smartphone sichtbar, auf das Vorausfüllen der Eingabeformular durch Duplex on the Web angedeutet wird. Screenshot von Duplex on the Web events.google.com/io

Für Web-EntwicklerInnen: Das Framework Flutter für Desktop und Web


Das Entwicklungsframework Flutter soll in Zukunft neben mobilen Plattformen (Android, iOS) auch für Desktop und Web eingesetzt werden können. Das hilft Web-EntwicklerInnen in der Umsetzung von Anwendungen und erspart Zeit und damit Kosten. Eine gute Sache, wie wir finden. Und viele neue Anwendungsmöglichkeiten in der Web-Entwicklung.

Wie schon im Rückblick zum DevTreff #3 im Februar 2019 hervorgehoben: Das auf Googles Programmiersprache »Dart« basierende Flutter ist seit seiner Veröffentlichung 12/2018 auf dem Vormarsch:
  • Die Verwendung ist mit Version 1.0 seit Dezember 2018 für reale Projekte möglich.
  • Die Entwickler-Community rund um Flutter steigt seitdem beständig.
  • Flutter schafft im Vergleich insbesondere eines besser: Apps für Android und iOS schnell und effizient als ein Projekt zu entwickeln.

Zum Rückblick DevTreff #3 am 21. Februar 2019 von Benjamin Ulmer

Für NutzerInnen: Einfacherer Umgang mit Cookies im Google Chrome


Websiten und Webshops setzen Cookies auf dem eigenen Rechner. Da ist in vielen Fällen ganz normal und nicht weiter störend. In Zeiten der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist ein aktives Deaktivieren der Cookies zu Google Analytics ohnehin möglich (oder sollte es in jedem Fall sein). NutzerInnen profitieren aber in vielen Fällen von Cookies.

Um den NutzerInnen einen einfacheren Umgang mit Cookies zu ermöglichen, kündigt Google an, diese in Google Chrome nun spezifischer verwalten zu können: Third-Party-Cookies / Cookies von Dritten (z.B. von Social Media wie Facebook oder Youtube sowie Werbe-Einschaltungen) können nun einfacher gelöscht werden. Bisher mussten entweder alle Cookies oder die Third-Party-Cookies einzeln und händisch aus der Gesamtliste gelöscht werden.

Neue Funktionen für eingeschränkte Personen im Android Smartphone


Vor dem Hintergrund der Barrierefreiheit im Internet erscheint auch folgendes Thema relevant:

Die informationstechnologischen Hürden für eingeschränkte Personen sollen im Android Q auch weiterhin stark reduziert werden. Dazu wurden folgende Tools vorgestellt:
  • »Live Caption«: Hier wird Gesprochenes (von Videos oder Podcasts) in Echtzeit in Text umgewandelt (auch offline).
  • »Live Transcribe«: Gesprochenes kann am Smartphone textlich angezeigt werden. Das kommt gehörlosen Menschen zugute.
  • »Live Relay«: Spracheingaben können in Text umgewandelt werden. Texte können in Spracheingaben umgewandelt werden. Somit können sich gehörlose Menschen unterhalten.
  • »Lookout«: Das Smartphone beschreibt sehbeeinträchtigten Personen deren Umgebung und Objekte, die das Smartphone per Kamera wahrnimmt.

Mehr zur Barrierefreiheit im Internet Webseiten betreffend

Einige Neuerungen und Änderungen im schnellen Überblick


Für Web-EntwicklerInnen:
  • Für die Programmierung von Apps für Android Q sollten Web-EntwicklerInnen nun die Programmiersprache Kotlin verwenden. Diese wird jetzt Java vorgezogen; bestimmte Neuerungen sind zuerst für Kotlin verfügbar.
  • Für Android Q gibt es nun wieder Statistiken zur Einsicht für Web-EntwicklerInnen. Das hilft dabei zu entscheiden, welche Versionen unterstützt werden sollten.

Für alle NutzerInnen:
  • Google Assistant erhält eine Menge an Vereinfachungen wie "Personal References" (die Auswahl von Suchergebnissen anhand früherer Aktivitäten) oder das schnellere Navigieren zwischen Apps per Sprachbefehle. Der »Driving Mode« bietet eine optimierte Oberfläche, wenn man mit einem Fahrzeug unterwegs ist.
  • Neues User-Interface für Android TV, eine Smart TV-Plattform, und Android Auto, eine Technologie mit der das Smartphone mit dem Infotainment-System des KFZs verknüpft werden kann.
  • Es wurden auf der I/O 2019 auch neue Geräte vorgestellt: das Smartphone 1) Google Pixel 3a und 2) Google Pixel 3a XL sowie der 3) "Nest Hub Max", ein neuer smarter Lautsprecher mit Display (vergleichbar zum Tablet).
  • Auch in Sachen Datenschutz gibt es Verbesserungen für Android Q: BenutzerInnen können nun besser festlegen, welche Apps auf den Standort zugreifen können; es gibt automatische Untertitel bei Videos und das Deaktivieren von bestimmten Benachrichtungen ("Focus Mode") wird möglich. Der Mobilfunkstandard 5G wird ermöglicht.

Referenzen, Inspiration und zum Weiterlesen und -hören perfekt

Elisabeth blickt in die Kamera und lächelt. Sie ist seit 2015 in der Agentur als Projektmanagerin tätig.


Über die Autorin | Elisabeth Hammerschmid

Mit ihrem Studium an der AMU Wieselburg zum Thema Marketing-Forschung hat sie vielfältige Ausbildungsinhalte erworben und bildet sich seither intensiv in Sachen Content Marketing weiter. Als Agentur-Projektmanagerin (seit 2015) kann sie ihre vielfältigen Interessen und Liebe zur Abwechslung bei Kundenprojekten und in der Agentur-Kommunikation verwirklichen.

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